Kompetenzen einer Lehrkraft in der digitalen Welt

Da mich das Webinar/Globinar der Bildungspunks sehr inspiriert hat, möchte ich mich auch mit einem Beitrag an der Beitragsparade zum Thema der Kompetenzen einer Lehrkraft in der digitalen Welt beteiligen. Ich hoffe, ich werde dem Niveau der Diskussion gerecht und es wird nicht zu unstrukturiert, was ich schreibe.

Vor dem Schreiben dieses Beitrags habe ich mich gefragt, ob ich die bereits geschriebenen Beiträge dieser Beitragsparade lesen sollte. Ich habe bewusst dagegen entschieden und zwar deshalb, weil mir beim Nachdenken, unter welchem Ansatz ich diesen Beitrag verfassen sollte, der Gedanke gekommen ist, dass es dabei um die Defizite gehen sollte, die ich dabei empfinde, wenn ich bei Gelegenheit digitale Werkzeuge im Unterricht einsetze. Ich bin mir sicher, dass in all den schon verfassten Beiträgen eine Fülle von Informationen zu dem Thema zu finden ist und ich werde mit Sicherheit nach dem Schreiben meines Beitrags all die anderen Beiträge lesen und viel Wissen für mich daraus gewinnen.

Doch zuerst will ich bei den Defiziten bleiben, die ich empfinde. Dabei sind diese Defizite ganz unterschiedlicher Natur.

Zum einen fühle ich mich didaktisch und methodisch unsicher, in welchem Rahmen ich digitale Werkzeuge einsetzen sollte. Das hängt mit Sicherheit auch damit zusammen, dass an dem Berufskolleg, an dem ich arbeite, das Thema nicht hoch im Kurs steht. So ist es z. B. laut den Schulregeln verboten, Smartphones im Unterricht zu benutzen.

Nun habe ich aber mal versuchsweise den Schülern einer Klasse aus dem Berufsschulbereich erlaubt, ihre Smartphones zur Recherche einzusetzen, um z. B. passende Definitionen für bestimmte englische Begriffe zu finden. Das hat sehr gut funktioniert.

In anderen Klassen – ebenfalls aus dem Berufsschulbereich –  arbeite ich mit Quizlet als Vokabellern-App und auch das funktioniert sehr gut. Allerdings hat eine Klasse die Arbeit mit dieser App abgelehnt, die wollen weiter die Vokabelliste auf Papier.

In anderen Klassen habe ich auch schon MS OneNote eingesetzt. Auch das hat gut funktioniert und hat mich darin bestärkt, damit weiterzuarbeiten.

Eine Sache, die ich noch machen möchte, ist der Einsatz von Kahoot als Werkzeug zur Sicherung des Stoffes oder um mit Hilfe dieses Instruments den SuS zu helfen, Wissensdefizite aufzuspüren.

Insgesamt gesehen würde ich damit einerseits sagen, dass es mit zu den Kompetenzen einer Lehrkraft im digitalen Zeitalter gehören sollte, solche Werkzeuge im Unterricht im richtigen Zusammenhang, also didaktisch-methodisch einzusetzen. Dazu würde ich gern mehr lernen und auch von den Erfahrungen anderer profitieren.

Daneben sehe ich auch die Notwendigkeit, als Lehrkraft gewisse technische Kompetenzen zu entwickeln. Damit meine ich, dass ich es toll finden würde, wenn ich es schaffen würde, mit den SuS einen komplette digitalen Workflow zu installieren.

Es ist doch im Prinzip der Wahnsinn. Da werden jeden Tag wunderbare Arbeitsblätter mit Hilfe von verschiedenen PC-Programmen entwickelt, dann wird der Drucker angeschmissen und gedruckt. Oder man steht Schlange am Kopierer. Und da kommt ein weiteres Defizit von mir zum Ausdruck, wo ich als Lehrkraft gern mehr Kompetenz hätte.

Ich würde gern wissen, wie es klappen kann, dass SuS Aufgaben auf ihre digitalen Geräte laden, diese bearbeiten und einen Link anklicken, wo sie die Musterlösung finden.  Oder sie würden mir die Lösung per Nachricht/Mail zusenden.

Aber auch hier bin ich für mich der Ansicht, dass ich da noch mehr Wissen brauche, um eine solche Aufgabe zu bewältigen. Hier sehe ich ein Kompetenzdefizit. Und im Umkehrschluss wird für mich daraus eine Kompetenz, über die eine Lehrkraft in der digitalen Welt verfügen sollte.

Daneben ist mir noch etwas wichtig, aber das sind jetzt keine speziellen Kompetenzen für die digitale Welt. Zum Einen ist es für mich wichtig, dass ich den Schülern die Wichtigkeit von bestimmten Kulturtechniken verdeutliche.

Da ich zuerst einen kaufmännischen Beruf gelernt habe, sind mir in diesem Zusammenhang sowas wie bestimmte mathematische Kenntnisse wichtig oder auch sowas eher archaisches wie Buchführung. Trotz Taschenrechner und Excel sollte ein angehender Kaufmann das eine oder andere im Kopf rechnen können. Er sollte zumindest überschlägig ausrechnen können, welchen EUR-Betrag 19 % Umsatzsteuer ausmachen. Und wenn ich das vom Auszubildenden verlange, dann muss ich als Lehrkraft da mit gutem Beispiel vorangehen.

Genauso gut sollte ein angehender Kaufmann auch in der Lage sein, einen Jahresabschluss lesen und verstehen zu können. Und dazu gehören auch Grundkenntnisse in sowas wie Buchführung, auch wenn das längst in großem Umfang automatisiert abläuft. Hier gilt das gleiche wie vorher. Wenn ich das vom Auszubildenden verlange, dann muss ich als Lehrer über die notwendige Kompetenz verfügen und diese auch abrufen können.

Letztlich lernen wir alle auch lesen, obwohl es Hörbücher oder Streams oder Vorlese-Software gibt. Genauso lernen wir alle schreiben, obwohl es längst Diktat-Software gibt.

Ich hoffe, dieser Beitrag passt zum Thema der Beitragsparade der Bildungspunks. Er ist klar geprägt von meinen eigenen beruflichen Erfahrungen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und er ist auch nicht repräsentativ.

Und nun gehe ich daran, meine Defizite Schritt für Schritt abzubauen.

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